Hybrid (Cannabis-Sorte)
Hybride: Kreuzung aus Indica- und Sativa-Sorten mit individuell ausbalanciertem Wirkprofil
Die meisten heute verfügbaren medizinischen Cannabis-Sorten sind Hybride – Kreuzungen mit gezielt ausgewählten Cannabinoid- und Terpenprofilen. Diese Kreuzungen ermöglichen eine präzise Anpassung an die therapeutischen Bedürfnisse der Patienten.
Hybride lassen sich grob in indica-dominant, sativa-dominant und balanced einteilen. Die Auswahl erfolgt ärztlich nach Indikation, Tageszeit und individueller Verträglichkeit, wie siehe Whiting et al. (2015) im Journal of the American Medical Association (JAMA) beschrieben.
Die Wirkung von Hybrid-Sorten kann auf ihre spezifischen Cannabinoid- und Terpenprofile zurückgeführt werden. So wirken beispielsweise THC und CBD als partielle CB1-Agonisten mit definiertem therapeutischem Korridor, wie in der EMA-Zulassung 2019 für Epidiolex beschrieben.
Die therapeutische Wirksamkeit von Hybrid-Sorten bei verschiedenen Erkrankungen, einschließlich chronischer Schmerzen und Epilepsie, wurde in zahlreichen Studien untersucht, wie z.B. in der Cochrane-Übersichtsarbeit von Mücke et al. (2018)
ICD-10-Relevanz
- R52 (chronischer Schmerz)
- G40.1 (Epilepsie)
- F12.1 (Cannabisabhängigkeit)
Peer-reviewed Referenzen
Klinischer Kontext
Im deutschen Versorgungskontext ist die Verordnung von medizinischem Cannabis, einschließlich Hybrid-Sorten, im Rahmen des § 31 Abs. 6 SGB V möglich. Die Begleiterhebung des BfArM und das KCanG 2024 regeln die Anforderungen an die Versorgung mit medizinischem Cannabis.