Endocannabinoid-System (ECS)
Lipidsignal-System aus Liganden (AEA, 2-AG), Rezeptoren (CB1/CB2) und enzymatischen Regulatoren (FAAH, MAGL); zentral für Homöostase.
Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein 1992 mit der Identifizierung von Anandamid (N-Arachidonoyl-Ethanolamin, AEA) etabliertes lipidergisches Signalsystem. Es besteht aus den Cannabinoid-Rezeptoren CB1 (zentralnervös dominant) und CB2 (immunologisch dominant), den endogenen Liganden AEA und 2-Arachidonoylglycerol (2-AG) sowie den biosynthetisierenden und abbauenden Enzymen (NAPE-PLD, DAGL, FAAH, MAGL).
Das ECS moduliert zentrale Homöostase-Prozesse: Nozizeption, Affektregulation, Appetit, Schlaf, Immunreaktion und Entzündungsdämpfung. Pharmakologisch wirken Phytocannabinoide (THC, CBD) und synthetische Analoga über dieselben Rezeptoren — wobei ihre Pharmakodynamik je nach Affinität, Selektivität und intrinsischer Aktivität deutlich differiert.
Die klinische Relevanz des ECS ist ein aktives Forschungsfeld; therapeutische Ansätze umfassen direkte Agonisten (THC, Nabilon), indirekte Modulatoren (FAAH-Inhibitoren) und allosterische Modulatoren (CBD).