Titration / Dosisfindung
Titration: schrittweises Anpassen der Dosis bis zur individuell besten Wirkung, entscheidend bei medizinischem Cannabis aufgrund individueller Dosis-Reaktionen
Die Titration ist ein entscheidender Prozess bei der Anwendung von medizinischem Cannabis, da die Dosis-Reaktionen sehr individuell sind. Siehe Whiting et al., JAMA 2015, für eine umfassende Übersicht über die therapeutischen Anwendungen von Cannabis und Cannabinoiden.
Der partielle CB1-Agonist mit definiertem therapeutischem Korridor, wie z.B. Dronabinol, erfordert eine sorgfältige Titration, um die gewünschte Wirkung zu erzielen, ohne intolerable Nebenwirkungen zu verursachen. Dies ist insbesondere bei der Behandlung von Schmerzen und Übelkeit wichtig, wie in der EMA-Zulassung 2019 für Dronabinol beschrieben.
Eine zu schnelle Steigerung der Dosis kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen, wie in der Cochrane-Übersicht von Mücke et al., 2018, diskutiert. Eine ärztlich begleitete Titration über Tage bis Wochen ist daher empfehlenswert, um die optimale Dosis für jeden Patienten zu finden.
Die Titration von medizinischem Cannabis muss sorgfältig durchgeführt werden, um die therapeutischen Vorteile zu maximieren und die Risiken zu minimieren. Siehe Devinsky et al., NEJM 2017, für eine Diskussion über die Anwendung von Cannabidiol bei der Behandlung von Epilepsie.
ICD-10-Relevanz
- R52 (chronischer Schmerz)
- G40.1 (Epilepsie)
- F12.1 (Cannabisabhängigkeit)
Peer-reviewed Referenzen
Klinischer Kontext
Die Titration von medizinischem Cannabis ist im deutschen Versorgungskontext insbesondere im Rahmen von § 31 Abs. 6 SGB V relevant, der die Verordnung von Cannabis auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung regelt. Die BfArM-Begleiterhebung bietet weitere Informationen zur sicheren Anwendung von medizinischem Cannabis.