Zum Inhalt springen
Cannabis-Telemedizin.com
Anwendung

Dronabinol

Synthetisches Δ⁹-Tetrahydrocannabinol in standardisierter Rezeptur (Öl, Kapseln); Off-Label in DE seit 2017 verordnungsfähig.

Dronabinol ist die synthetisch hergestellte oder hochgereinigte Form von Δ⁹-Tetrahydrocannabinol (Δ⁹-THC). In Deutschland wird Dronabinol als Rezepturarzneimittel nach NRF 22.7. (ölige Tropfen) oder als Fertigarzneimittel (in DE nicht zugelassen, importfähig nach § 73 Abs. 3 AMG) eingesetzt.

Indikationsbereiche umfassen unter anderem chemotherapie-induzierte Übelkeit, AIDS-Wasting-Syndrom, neuropathische Schmerzen, Spastik bei MS und Tourette-Syndrom. Die EMA-Zulassung als Fertigarzneimittel existiert (USA: Marinol®), für den deutschen Markt wird typischerweise die NRF-Rezeptur in der Apotheke individuell hergestellt.

Dosierung erfolgt ärztlich auftitriert (typischer Startbereich 2,5–10 mg/Tag oral, individuell anpassbar). Pharmakokinetisch unterliegt orales Dronabinol einem starken First-Pass-Effekt; Tmax 2–4 h, terminale Halbwertszeit 25–36 h.

ICD-10-Relevanz

  • R52
  • G35
  • R11
  • B20–B24 (HIV-Wasting)

Klinischer Kontext

In Deutschland ist Dronabinol nicht zugelassen, aber nach § 13 Abs. 1 BtMG verordnungsfähig (auf BtM-Rezept). Seit der Cannabisreform 2024 (KCanG) erfolgt die Verordnung weiterhin auf BtM-Rezept, da medizinische Cannabinoid-Präparate aus dem KCanG ausgeklammert wurden.

In diesen Ratgeber-Artikeln relevant

Verwandte Begriffe

Hinweis: Diese Definition ist allgemein-informativ und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung. Therapie­entscheidungen treffen ausschließlich Ärzt:innen.